„Die meisten Prognosen sind gut, nur die Zukunft kümmert sich wenig darum“, denn sie ist oft „ ... schon da, ehe wir ihr gewachsen sind“. Konfuzius und John Steinbeck haben sicherlich Recht. Gleichwohl kein Grund, sich für 2015 mit Vorhersagen zurückzuhalten – zumal es nichts wirklich Neues geben wird: Die Medientrends der letzten zwei bis drei Jahre werden sich fortsetzen, aber mit deutlich erkennbareren Potenzialen als in der Vergangenheit.  

Sharing Economy

Werden Räume, Autos, Geräte, Maschinen, Nahrungsmittel oder Kleidungsstücke gemeinschaftlich genutzt – geteilt, getauscht, verliehen oder verschenkt –, braucht man in aller Regel deutlich weniger Material, Energie und Fläche. Die soziale Vernetzung und die schnelle Verbreitung von Smartphones sind die Basis für neue Geschäftsideen, die das  „Nutzen“ (statt das „Besitzen”) in den Mittelpunkt stellen. Car2go, Uber, Airbnb oder Kleiderkreisel sind nur die Speerspitze eines Trends, der bei vielen Ökologiebewegten als Hoffnungsträger für eine nachhaltige Entwicklung gilt.

Content Marketing/Native Advertising

Der Konsument hat sich verändert. Er ist besser informiert, hinterfragt Marken kritischer. Damit er einer Marke folgt, möchte er unterhalten, aber auch überzeugt werden. Content Marketing war auch schon Trend in 2014. In 2015 wird dieser Denkansatz professionalisiert und Unternehmen werden lernen, fesselnde Geschichten zu erzählen, die den Nutzer und nicht das Produkt in den Mittelpunkt stellen.

Bewegtbild-Werbung

Video-Ads sind derzeit das wachstumsstärkste Werbesegment im Netz: 280 Millionen Euro in 2014. Experten schätzen, dass sich diese Summe bis 2018 nahezu verdoppeln wird. Gerade kleinere Firmen, für die Bewegtbild-Werbung bislang wegen der hohen Produktions- und Schaltkosten unmöglich war, investieren in dieses Feld. Doch nicht jeder visuelle Content wird auch relevant sein, vielmehr werden anspruchsvolle und auf die Zielgruppe abgestimmte Video-Ads die Szene dominieren.

Fernsehen via Multiscreening

Bislang leidet der Fernsehkonsum nicht unter dem steigenden Angebot an neuen Kanälen und Plattformen im Web. Die Nutzungsdauer blieb 2014 mit durchschnittlich 219 Minuten pro Tag stabil, die Zahl der TV-Seher stieg sogar leicht an. Doch vor allem junge Menschen schauen zunehmend „nicht linear“: zu anderen Zeiten und über andere Verbreitungswege. Ausschließliches Fernsehen auf dem häuslichen Sofa ohne digitale Ablenkung war gestern. Der Trend zum Multiscreening wird sich fortsetzen. Bereits heute sieht jeder Vierte täglich Online-Videos auf einem PC, Laptop, Tablet oder Smartphone.

Werbewirkung

Die digitale Medienwelt lässt sich ausgeklügelt und präzise vermessen. Über Bilderkennungssoftware, Trackingtechnik und ausgefeilte Algorithmen lässt sich präzise verfolgen, welche Aktivitäten Werbespots im Netz auslösen – bis hin zum realisierten Verkaufsumsatz. Angesichts dieser Möglichkeiten müssen Medien zukünftig nicht nur Reichweiten, sondern auch andere handfeste Qualitäten als Werbeträger nachweisen.

Strategie

Mit alten Methoden und Mentalitäten lässt sich die digitale Wende nicht schaffen. Unternehmen müssen sich auf die veränderten Kundenbedürfnisse einstellen: Strategisch mit integrativen Digitalkonzepten und operativ mit einer digitalorientierten Marketingorganisation.